PRESSEBERICHT IM STANDORTMAGAZIN

Vernetzung

Digitalisierung – Intelligentes Zusammenspiel der Kräfte

Interview mit Dietmar Ausländer zum Thema: „Digitalisierung – Intelligentes Zusammenspiel der Kräfte“

Autoren: Axel Raisch & Constantin Fezer

Der Blick auf das Ganze

Auf die richtigen Arbeitsabläufe setzt das Steinbeis Transferzentrum Logistik und Fabrikplanung (TZLOG) in Göppingen, das zum Steinbeis-Verbund gehört. Die international agierenden Experten helfen Firmen auf den Weg zur „Smart Factory“, einer durch Vernetzung optimierten Fabrik. Und das seit vielen Jahren, als nicht nur die Begriffe dafür, sondern auch die Prozesse noch andere waren. Das TZLOG aus Göppingen ist auf diesem Gebiet so ein Pionier und verfügt in Zeiten der Transformationsprozesse über wertvolles Know-how zur erfolgreichen Bewältigung des Strukturwandels.

1997 gründeten Dietmar Ausländer und Professor Dr. Klaus Hanke das Transferzentrum, das bis heute Teil des weltweit aktiven Steinbeis Technologie- und Wissensnetzwerkes ist. Damals war der Begriff „Industrie 4.0“ noch weit weg. Seither wurden mehr als 1000 Projekte in unterschiedlichen Branchen erfolgreich realisiert und die Vision der sogenannten „Smart Factory“, der „Fabrik der Zukunft“, wie Dietmar Ausländer sie nennt, entwickelt und umgesetzt. Diese Fabrik ist vernetzt, in einem wesentlich höheren Maße digitalisiert als heute üblich und arbeitet zunehmend autonom. Alle Teile eines Unternehmens, seien es Maschinen oder Mitarbeiter, werden zu wesentlichen Faktoren innerhalb des dortigen Intranets. Dadurch können sich Führungskräfte stets über den Stand der Dinge auf dem Laufenden halten und beispielsweise Störungen begegnen, bevor diese den Ablauf hemmen oder gar lahmlegen.

Diese intelligente Vernetzung sei nicht nur wirtschaftlich von Vorteil, sondern spare auch Ressourcen und Energie, erklärt Dietmar Ausländer. Neben der zunehmenden Nutzung regenerativer Energien würde Energie auch „wiederverwertet“, etwa durch die Rückgewinnung von Maschinenabwärme. Ziel ist es, in jeder Hinsicht wenig Ausschuss zu haben. „Das intelligente Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte“, nennt es Ausländer.

Intelligente Vernetzung spart auch Ressourcen und Energie

Dietmar Ausländer | Steinbeis TZLOG

Anforderungen steigen

Aber geht es nicht auch ohne, gerade für kleinere Unternehmen? „Die Anforderungen des Marktes werden höher, präziser, schneller“, erklärt Dietmar Ausländer. Auch für Mittelständler heißt das , die Komplexität der Steuerung und Planung von intelligenten Lieferketten (Connected Supply Chain) anzunehmen. „Das ist das Wertschöpfungsnetzwerk der Zukunft“, so der TZLOG-Geschäftsführer weiter. Denn:  „Viele Kunden sind nicht mehr an bestimmte Standorte gebunden“, sagt Dietmar Ausländer. Dazu kommen Erfordernisses des Marktes oder Kostendruck, die neue Formen der Lieferketten erforderlich machen. Das heißt auch für Mittelständler mit mehreren hundert Mitarbeitern, dass zur Planung und Steuerung der immer komplexer werdenden Lieferkette Kooperationen nötig sind. Denn auch wenn Aufträge an verschiedenen Orten generiert werden, so müssen dennoch die gleichen Ausführungsstandards erfüllt sein. Und das auch wenn die Bedingungen hinsichtlich der technologischen Ausstattung höchst unterschiedlich sind.

Unterstützung bietet das TZLOG auch dort, wo Dietmar Ausländer die „Königsdisziplin“ sieht, beim Change Management“. Das ist erforderlich, wenn große Veränderungsprozesse anstehen, etwa ein neues Logistikzentrum gebaut werden muss. Dann, so betont Dietmar Ausländer, gehe es darum, „alle mitzunehmen“ – die beteiligten Menschen erfolgreich am Wandel teilhaben zu lassen und einzubinden. Gerade um die damit verbundenen vielfältigen Hürden nehmen zu können, ist die langjährige Erfahrung des TZLOG wertvoll. Um Kunden die dafür notwendige Unterstützung geben zu können, arbeiten nicht nur rund 20 Mitarbeiter direkt in Göppingen, sondern auch rund 200 Fachleute im Steinbeis-Verbund. Die Kernkompetenzen werden unkompliziert mit Planungspartnern ergänzt.

Damit hat das TZLOG Wissen, welches gerade in diesen Zeiten des Wandels von entscheidender Bedeutung für das Land ist. „Wir sehen es als unsere Mission an, dass wir Logistik und Wertschöpfung auf Weltniveau halten“, sagt Dietmar Ausländer. Er möchte mit seinem Verbund mithelfen, dass der Transformationsprozess gelingt. Dazu gehört für ihn, Anforderungen bewusst zu machen, Herausforderungen anzunehmen und Verhaltensweisen zu ändern. „Wir haben ein großes Thema vor uns. Fundamentale Veränderungen stehen uns bevor. Die Chinesen kommen schneller voran. Ebenso die USA mit ihrem Know-how im IT-Bereich.“

Die gesamte deutsche Gesellschaft müsse sich laut Dietmar Ausländer die Frage stellen, wie wir mit begrenzten Ressourcen unseren Weg gehen und unsere Stärken ausspielen können. „Wir müssen uns diesem riesigen Wandlungsprozess und den Themen stellen, um den Wohlstand erhalten zu können.“

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